Circular Fashion Index: Klimaschutz in der Modeindustrie

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Circular Fashion Index: Klimaschutz in der Modeindustrie

Die Modeindustrie ist von einer klimaneutralen Arbeitsweise noch weit entfernt – wegen ihrer Herstellungs- und Vertriebspraktiken, aber vor allem wegen der Schnelllebigkeit ihrer Produkte. Die Unternehmensberatung Kearney hat in der Studie „Can circularity save the fashion industry?” die Umweltverschmutzungen der Modeindustrie untersucht und deutsche Konsumenten zu ihren Einkaufsgewohnheiten befragt. Außerdem haben die Analysten den Circular Fashion Index (CFX) aufgelegt, der Unternehmen und ihre Initiativen unter die Lupe nimmt.

Der Circular Fashion Index fragt, wie nachhaltig Europas 100 Modemarken arbeiten und wie sie den Lebenszyklus ihrer Kleidung verlängern. Die Ergebnisse werden anhand von acht Kriterien bewertet, die sowohl den Primärmarkt mit neuen Produkten als auch den Sekundärmarkt mit Second Hand und Recycling betrachtet. Nur drei Unternehmen haben laut Kearney in dem Index ein akzeptables Ergebnis erzielt und sind glaubhaft auf dem Weg zu einer zirkulär angelegten Kleidungsindustrie: Patagonia, The North Face und Levi’s. Diese drei Unternehmen kommunizieren offen, dass ihre Produkte länger halten sollen, und ermutigen ihre Kunden, darüber nachzudenken, welche Auswirkungen der Kauf eines weiteren Kleidungsstücks auf die Umwelt hat. Zum Teil arbeiten sie selbst mit recycelter Kleidung oder setzen auf Cradle-to-Cradle-Materialien, die als biologische Nährstoffe in den natürlichen Kreislauf zurückgeführt werden können.

Zurzeit bedeuten der hohe Konsum und die Schnelllebigkeit der Branche extrem hohe Kosten für die Umwelt. Die Modeindustrie produziert je nach Quelle 1,2 bis 1,7 Milliarden Tonnen Kohlendioxid, das entspricht drei bis fünf Prozent der weltweiten CO2-Emissionen. Zudem fließen rund elf Prozent des gesamten in der Industrie verwendeten Frischwassers in die Fabriken der Modeindustrie; hinzu kommen Öl und giftige Chemikalien beim Herstellungsprozess. Die UN bezeichnen die Modeindustrie daher als zweitgrößten Umweltverschmutzer der Welt.

Die Umweltverschmutzung bei Produktion und Vertrieb machen etwa 94 Prozent der Emissionen entlang der gesamten Wertschöpfungskette aus. Mit ersten Initiativen wie der Global Fashion Agenda, der Better Cotton Initiative oder Fashion for Good hat die Industrie mit ersten Initiativen reagiert. Bislang haben diese den Verschmutzungsanstieg jedoch nur verlangsamt, aber nicht umgekehrt, was auch mit dem Anwachsen der Weltbevölkerung und steigenden Haushaltseinkommen vor allem in Indien und China zusammenhängt.

Den Studienautoren zufolge machen die Beispiele des Circular Fashion Index jedoch Mut: Sie zeigen, wie sich Zirkularität in ein profitables Geschäftsmodell integrieren lässt. Zudem sei ein Umdenken der Branche nicht nur für die Umwelt notwendig, sondern auch zur Existenzsicherung der Unternehmen. Denn diese würden sich mit schnelllebiger Ware gerade selbst das Wasser abgraben.

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kreati® 2020: Virtuelles Finale in Berlin

Mit Simon Dödtmann, Sebastian Stade, Johannes Müller und Jatinder Singh hat ein Team der Hochschulgruppe Bremen die 15. Auflage des kreati®-Fallstudienwettbewerbs gewonnen: Sie hatten bereits alle Zwischenrunden für sich entschieden und setzten sich im Finale am 3. Dezember souverän gegen Teams aus Aachen, Berlin, Heidenheim und Erlangen-Nürnberg durch. Organisiert wurde der kreati® 2020 von Anna Burgschweiger, Fabian Kurz und Kornél Télessy aus der Hochschulgruppe Berlin. Sie steckten etwa eineinhalb Jahre Planung und Arbeit in das VWI-Event. Hauptsponsor war die Deutsche Telekom IT GmbH. Das Unternehmen designt, entwickelt und betreibt die IT-Systeme der Deutschen Telekom.

kreati® 2020: Spannende Lösungen und ergiebiges Netzwerken

Pandemiebedingt mussten sich die Teilnehmenden am Wettbewerbsfinale neuen Herausforderungen für die Bearbeitung der Fallstudie stellen. Statt den bisher üblichen vier Stunden bekamen die Teams 2,5 Tage Zeit, um eine neue Nachhaltigkeitskampagne für die Deutsche Telekom IT GmbH zu entwickeln und zu präsentieren. Abgerundet wurde das Online-Event von zahlreichen Vorträgen, Trainings und dem obligatorischem Rahmenprogramm. Doch nicht nur das Finale lief in diesem Jahr anders als gewohnt. Wegen Corona hatten die Organisatoren kurzfristig bereits alle geplanten Vorrunden auf ein Online-Format umgestellt, und abgesehen von dem Halbfinale in Heidenheim mussten auch alle Halbfinals im virtuellen Raum stattfinden. Nicht destotrotz waren alle Vorrunden und Halbfinals des kreati® 2020 ein großer Erfolg – mit spannenden Lösungen der Teilnehmenden und der Gelegenheit zum Netzwerken beim Abendprogramm.

Der bundesweit stattfindende Fallstudienwettbewerb kreati© bietet Studierenden des Wirtschaftsingenieurwesen oder ähnlicher Studiengänge die Möglichkeit, das im Studium erworbene theoretische Wissen auf reale oder fiktive Problemstellungen der Wirtschaft anzuwenden und die Ergebnisse einer Jury aus Unternehmens- und Hochschulvertretern vorzustellen. Der Wettbewerb soll außerdem Teamarbeit, Zeitmanagement, Belastbarkeit, analytisches Denken, Präsentationstechniken und Problemlösungskompetenzen fördern – als ergänzender Mehrwert zum Vorlesungsalltag an der Hochschule. Der kreati© ist nicht nur das fachliche Aushängeschild des Verbands Deutscher Wirtschaftsingenieure e.V., sondern auch Deutschlands größter studentischer Fallstudienwettbewerb.

Von Kornél Télessy, Hochschulgruppe Berlin

Rankings zum Wirtschaftsingenieurwesen, CHE-Ranking 2020

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CHE Ranking 2020: Daten zu WiIng-Masterstudiengängen

Das Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) hat im CHE Ranking 2020 jetzt die Urteile der Masterstudierenden in den Fächern BWL, VWL, Wirtschaftswissenschaften, Wirtschaftsinformatik sowie Wirtschaftsingenieurwesen online veröffentlicht. Zusammen mit Fakten über die Studienangebote sollen sie Orientierung bieten und einen Überblick über die Studienbedingungen im Master in diesen Fächern an Universitäten und Fachhochschulen/HAW geben. Die Ergebnisse sind auf ZEIT Campus Online unter www.zeit.de/masterranking nach einer Registrierung abrufbar.

Je nach Fach werden beim CHE Ranking 2020 für Masterstudiengänge bis zu 13 verschiedene Kriterien betrachtet. Dazu gehören Aspekte wie die allgemeine Studiensituation, das Lehrangebot und der Wissenschaftsbezug. Hinzu kommen Fakten zur Forschungsleistung wie etwa die Forschungsgelder pro Wissenschaftler, die Zahl der Veröffentlichungen pro Professor und die Anzahl der Promotionen pro Professor. Der Kontakt zur Berufspraxis ist ebenfalls ein relevanter Punkt. Für das Wirtschaftsingenieurwesen kann man zudem erfahren, wie stark die internationale Ausrichtung der Lehre ist.

Beim Masterstudiengang Wirtschaftsingenieurwesen an Universitäten bekamen beispielsweise das Karlsruher Institut für Technologie (KIT), die TU Hamburg und die TU Ilmenau sowohl für die allgemeine Studiensituation als auch in der Kategorie Wissenschaftsbezug sehr gute Bewertungen. Die TU Hamburg erreichte zudem noch bei der internationalen Ausrichtung der Lehre die Spitzengruppe. Beim Masterstudiengang Wirtschaftsingenieurwesen an Fachhochschulen/HAW schnitten bei der internationalen Ausrichtung und dem Kontakt zur Berufspraxis die Hochschule Albstadt-Sigmaringen, die Jade Hochschule Elsfleth, die HAW München, die Hochschule Reutlingen und die private MCI Innsbruck besonders gut ab.

Im Mai hatte das CHE ein Ranking deutscher Universitäten und Fachhochschulen vorgelegt, in das die Urteile von insgesamt rund 120.000 Studierenden und 3000 Professoren eingeflossen waren. Auch das Wirtschaftsingenieurwesen war mit aktuellen Zahlen in dem Ranking vertreten. Das CHE wurde dabei von einem Fachbeirat beratend unterstützt: von Prof. Uwe Dittmann (Vorsitzender des Fakultäten- und Fachbereichstag Wirtschaftsingenieurwesen und Mitglied im VWI-Beirat), Dr.-Ing. Frauke Weichhardt (VWI-Präsidentin), Jan Rupprecht (Vorstandsvorsitzender der VWI-Hochschulgruppe Erlangen-Nürnberg) und Maximilian Russig (ehemaliges studentisches Vorstandmitglied).

Vor-weihnachtliche Initiative

Quelle: VWI Redaktion

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Vor-Weihnachtliche Initiative: Event am 10. Dezember

2020 organisiert der VWI zum achten Mal in Folge seine Vor-Weihnachtliche Initiative. Wegen der Corona-Pandemie wird es in diesem Jahr keine offiziellen Aktionen der einzelnen Hochschulgruppen vor Ort geben, sondern ein gemeinsames virtuelles Event am 10. Dezember um 20 Uhr – VorWI-Treffpunkt ist die Plattform Teams.

Dieses Event soll etwa 90 Minuten dauern und ein nettes Get-together mit abwechslungsreichem Programm werden. Beispielsweise werden die auf Instagram @koho_tv am häufigsten gelikten spaßigen Herausforderungen realisiert, die von den Hochschulgruppen zur Verfügung gestellten Wichtelgeschenke verlost und Breakout Sessions für einen netten Austausch in kleinen Gruppen angeboten. Außerdem werden natürlich Spenden für die Vor-Weihnachtliche Initiative gesammelt – als Überweisung direkt auf das

Spenden sind von privater Seite möglich, aber auch von Hochschulgruppen oder Unternehmen. Lose für die Wichtelgeschenke können Hochschulgruppen und Privatpersonen vorab bis zum 8. Dezember kaufen, unabhängig von einer VWI-Mitgliedschaft; ein Los kostet 2,50 Euro. Spenden via Überweisung oder Paypal, die bis einschließlich 8. Dezember eingehen, sind mit Loskäufen verbunden. Unabhängig von der Verlosung können danach noch bis Jahresende Spenden getätigt werden. Inwiefern Spendenquittungen ausgestellt werden können, soll im Anschluss mit der Quinoa Bildung gGmbH abgestimmt werden, die in diesem Jahr den Erlös der Vor-Weihnachtlichen Initiative erhält.

Die Quinoa Bildung gGmbH wurde 2013 in Berlin zur Schaffung von mehr Bildungs- und Chancengerechtigkeit gegründet und ist inzwischen auch Träger einer staatlich anerkannte Schule. Das bei der Vorweihnachtlichen Initiative gesammelte Geld ist vor allem für für Theater- und Rap-Projekte gedacht.

MES IPH Hannover

Quelle: IPH/Niklas Viola

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MES: Produktion steuern und überwachen

Welcher Auftrag wird wann an welcher Maschine und von welchem Mitarbeiter bearbeitet? Wie lange dauern die einzelnen Arbeitsschritte? Ist die Produktqualität zufriedenstellend? Überwachen und planen lässt sich all das mit einem Manufacturing Execution System, kurz MES oder auch Produktionsleitsystem genannt. Mit einem solchen System können Unternehmen ihre Effizienz und Produktivität erheblich steigern. Sie können ihre Maschinen besser auslasten, ihr Personal optimal einsetzen und dadurch mehr Aufträge erledigen. Zudem können sie die Produktionszeit und Produktqualität überwachen und schneller einschreiten, wenn beispielsweise an einer bestimmten Maschine immer wieder Produktionsfehler entstehen.

Die Einführung einer solchen Software ist allerdings zeitaufwändig und teuer. Denn damit Unternehmen überhaupt davon profitieren können, müssen sie zunächst ihre Maschinen mit Sensoren zur Datenerfassung ausstatten. Sie müssen ein MES auswählen, dass sich an die bestehenden IT-Systeme anbinden lässt. Und sie müssen ihre Beschäftigten im Umgang mit der Software schulen. Vor diesen Anforderungen schrecken viele Unternehmen zurück. Andere unterschätzen den Aufwand oder investieren in die Software, ohne die Voraussetzungen zu erfüllen – und schöpfen das Potenzial nicht aus.

Das Institut für Integrierte Produktion Hannover (IPH) gGmbH will Mittelständlern den Weg zu einem MES ebnen. Die Wissenschaftler entwickeln zurzeit im Zuge des Forschungsprojekts „MES-Ready“ einen Readiness-Check, mit dem Unternehmen testen können, ob sie schon bereit für ein solches System sind oder ob sie noch weitere Vorbereitungen treffen müssen. Ziel des geplanten Softwaredemonstrators ist es, kleine und mittlere Unternehmen optimal auf die MES-Einführung vorzubereiten und sie vor Fehlinvestitionen zu schützen.

Für das Forschungsprojekt suchen die Wissenschaftler derzeit noch Partner aus der Praxis – insbesondere kleine und mittlere produzierende Unternehmen, die ein MES einführen möchten und den Softwaredemonstrator am Ende des Projekts kostenfrei testen wollen. Auch Unternehmen, die die MES-Einführung bereits hinter sich haben, sowie Anbieter von MES-Software können sich am Forschungsprojekt beteiligen. Wirtschaftsingenieurin Antonia Namneck leitet das IPH-Projekt und steht als Ansprechpartnerin interessierten Unternehmen zur Verfügung.

Corona: Überbrückungshilfe für Studierende

Quelle: BMBF

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Corona: Überbrückungshilfe für Studierende

Das Bundesbildungsministerium (BMBF) hat die Überbrückungshilfe für Studierende verlängert, die sich wegen der Corona-Pandemie in einer Notlage befinden. Studierende an staatlichen oder staatlich anerkannten Hochschulen in Deutschland, die zum Zeitpunkt der Antragstellung in Deutschland wohnen und nicht beurlaubt sind, können die Überbrückungshilfe in Form eines Zuschusses beim dem jeweils regional zuständigen Studierenden- beziehungsweise Studentenwerk beantragen. Der Zuschuss wird monatlich zugesagt bis zu einer Höhe von 500 Euro. Damit soll Studierenden geholfen werden, deren Erwerbsmöglichkeiten oder Unterstützung durch die Eltern wegen der beschlossenen Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie vorübergehend wegfallen. Zuständig für die Antragsbearbeitung sind die 57 regionalen Studierenden- und Studentenwerke, die Anträge können jedoch ausschließlich online über eine bundesweit einheitliche IT-Plattform gestellt werden.

Weitere wesentliche Säule der Überbrückungshilfe ist der Studienkredit der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Dabei handelt es sich um ein bewährtes Programm, das seit 2006 unter gewissen Voraussetzungen Studierenden aller staatlich anerkannten Hochschulen in Deutschland im Alter von 18 bis 44 Jahren die Möglichkeit bietet, monatlich bis zu 650 Euro aufzunehmen. Der Berechtigtenkreis dieses klassischen KfW-Studienkredits wurde wegen der Corona-Pandemie bis zum 31.März 2021 befristet erweitert: Auch ausländische Studierende – aus Drittstaaten und EU-Bürger, die sich erst kurz in Deutschland aufhalten –können ihn in Anspruch nehmen. Außerdem wurde das Darlehen für alle Darlehensnehmer bis zum Jahresende 2021 zinslos gestellt; die Kosten übernimmt das BMBF.

Das BMBF weist darauf hin, dass das BAföG das wichtigste Instrument zur Studienfinanzierung bleibt. Das Ministerium habe in dieser Legislaturperiode und in der Pandemie viele Verbesserungen und Erleichterungen vorgenommen, so dass Studierende im Schnitt höhere Förderung erhalten. Studierende sollten daher zunächst mögliche BAföG-Ansprüche prüfen und gegebenenfalls einen Antrag auf BAföG stellen, bevor sie auf die Überbrückungshilfen oder den KfW-Studienkredit zurückgreifen.

Quelle: VWI

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Fachsymposium: Soziale Innovationen diskutiert

Als Online-Veranstaltung mit mehr als 150 Teilnehmenden aus dem gesamten deutschsprachigen Raum hat in Magdeburg das 2. Fachsymposium „Soziale Innovationen“ stattgefunden. Der Fokus der diesjährigen Veranstaltung lag auf den Schwerpunkten Energie, Mobilität und Klima. Prof. Dr. Jens Strackeljan, Rektor der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, wies zum Auftakt auf den engen Zusammenhang zwischen den technischen und ingenieurwissenschaftlichen Entwicklungen und den aktuellen sozialen Entwicklungen hin. Hier stelle der Studiengang des Wirtschaftsingenieurwesens einen interdisziplinären Ansatz dar, der diesen Spagat zu überbrücken vermöge.

Soziale Innovationen: Gewinn statt Bedrohung oder Belastung

In einem der anschließenden Impulsvorträge machte Prof. Dr. Jürgen Howaldt von der TU Dortmund deutlich, wie wichtig die Akzeptanz von Sozialen Innovationen in der Gesellschaft ist. Soziale Innovationen stellen aus seiner Sicht keine Bedrohung, keine zusätzliche Arbeit oder keine additive Belastung dar, sondern einen Gewinn. In diesem Zusammenhang wies Howaldt auf eine Übersicht über den aktuellen Stand der Entwicklungen im Bereich der Sozialen Innovationen hin, die der „Atlas der Sozialen Innovationen“ gibt. Reflexivo-Geschäftsführer Ralph Weiß betonte, dass gezielte Veränderungen in der Gesellschaft nur durch bewusste Wahrnehmung und Miterleben möglich sind. Denn Innovationen könnten die Gesellschaft prägen, aber auch deren Charakter verändern.

Als konkretes Beispiel für Soziale Innovationen beleuchtete Dr. Mateusz Wielopolski die Möglichkeiten der Circular Economy. Er hob hervor, wie wichtig es ist, die zur Verfügung stehenden Ressourcen in den Kreislauf zurückzuführen und wiederzuverwenden. Neben kleinen Unternehmen stellen auch globale Player wie Ikea, Lego, Unilever oder Nike die Nachhaltigkeit in ihren Unternehmensfokus und führen damit soziale Veränderungen in der Gesellschaft herbei. Allerdings könne der erforderliche Transformationsprozess bei Großunternehmen nicht in allen Bereichen so schnell erfolgen wie bei einem Start-up.

„Soziale Innovationen benötigen eine ganzheitliche Sicht auf die Dinge“

Nach den Vorträgen am Vormittag und drei parallelen Sessions am Nachmittag fasste Prof. Dr. Hartmut Zadek die Ergebnisse des Fachsymposiums wie folgt zusammen: „Soziale Innovationen sind nicht nur Aufgaben von Non-Profit-Organisationen. Zunehmend sind Politik, Kommunen und Unternehmen gefordert, aktiv zu werden. Unternehmen können durch die Förderung sozialer Innovationen einen Beitrag zur Nachhaltigkeit in allen drei Dimensionen Soziale Verantwortung, Ökologie und Ökonomie erzielen und so auch den gesellschaftlichen Entwicklungen Rechnung tragen – also klar eine Chance auch zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit.“

Diese Sichtweise bestätigte VWI-Präsidentin Frauke Weichhardt: „Soziale Innovationen benötigen eine ganzheitliche Sicht auf die Dinge. Nicht nur auf die technische Entwicklung, sondern auch auf die Auswirkung, die diese Entwicklungen auf die Gesellschaft haben können. Umso wichtiger ist es, dass die Entwicklungen nicht nur auf dem Markt bestehen, sondern dass sie auch einen gesellschaftlichen Beitrag leisten.“ Vor diesem Hintergrund betonte Frauke Weichhardt die Interdisziplinarität des Wirtschaftsingenieurwesens. Das Studium umfasse neben all der Methodik und technischen Entwicklung der Ingenieurwissenschaften auch wirtschaftliche Themen und in zunehmendem Maße außerdem soziale Aspekte.

Nächstes Fachsymposium in zwei Jahren geplant

Das 2. Fachsymposium „Soziale Innovationen“ fand unter der fachlichen und konzeptionellen Leitung von Prof. Hartmut Zadek, Leiter des Lehrstuhls für Logistik an der Otto-von-Guericke Universität, statt und wurde von der Zadek Management und Strategy GmbH Magdeburg durchgeführt. Kooperationspartner waren der VWI sowie das Kompetenzzentrum für Soziale Innovationen in Halle, unterstützt wurde das Fachsymposium durch die Otto-von-Guericke Universität. In zwei Jahren soll gemeinsam mit dem VWI das Thema Soziale Innovationen erneut in einem Fachsymposium aufgegriffen werde, das dann hoffentlich als Präsenzveranstaltung durchgeführt werden kann.

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Agile Organisation: Tipps für KMU

Unter welchen Voraussetzungen sind agile Organisationsformen sinnvoll, welche Abteilungen eignen sich dafür am besten, wie wird die Umstellung zum Erfolg? Diesen Fragen sind jetzt Forschende des Fraunhofer-Instituts für Produktionstechnik und Automatisierung IPA in einer Studie nachgegangen. Die Studie „Agile Organisation: Die beste Organisationsform? Orientierung und Handlungsempfehlungen für den industriellen Mittelstand“ steht nach einer Registrierung kostenlos zum Download zur Verfügung.

Grundsätzlich hat der Studie zufolge eine agile Organisationsform klare Vorteile gegenüber hierarchischen Strukturen: Entscheidungen werden schneller getroffen, die Anpassung an veränderte Kundenstrukturen und -bedürfnisse gelingt schneller, die Innovationskraft ist größer, neue Produkte kommen schneller auf den Markt, die Mitarbeiter sind zufriedener. Unternehmen sollten ihre Entscheidung für oder gegen die agile Organisation jedoch von der Wettbewerbssituation am Markt und den Zielvorgaben abhängig machen. Überall, wo es auf möglichst effiziente und stabile Prozesse ankommt, bietet sich die hierarchische Organisation an: im Einkauf, in der Buchhaltung oder in der Produktion. Wo allerdings Kreativität und neue Ideen gefragt sind, ist die agile Organisation vorteilhaft: in der Forschung und Entwicklung zum Beispiel oder im Marketing. Auch wenn ein Unternehmen stark von sich wandelnden Geschäftsmodellen betroffen ist, bietet sich laut Studie die agile Organisation an. Das treffe beispielsweise auf die Automobilindustrie zu, die es immer schwerer haben werde, Autos mit Verbrennungsmotor zu verkaufen.

Aber wie stellt man um auf agile Organisation? Den Forschenden zufolge kommt es auf die innere Einstellung an, das Mindset. Denn für Führungskräfte bedeutet die Umstellung, dass sie ihre Entscheidungsbefugnisse teilweise verlieren, und für Mitarbeiter, dass sie selbst mehr Verantwortung tragen als bisher. Die Unternehmensführung sei daher gut beraten, die Beschäftigten von Beginn an einzubinden, sie frei diskutieren und mitbestimmen zu lassen. Und natürlich müsse klar kommuniziert werden, welche Ziele mit der Umstellung verfolgt werden.

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Sonderband: Eine Analyse der „Zukunft der Arbeit“

122 Fachartikel von 181 Autoren aus den verschiedensten Disziplinen – das bietet der Sonderband „Zukunft der Arbeit“, der jetzt im Projekt deepR am Lehrstuhl für Sozial- und Organisationspsychologie der Berliner Humboldt-Universität erschienen ist. Es geht darin um die Frage, wie sich die Arbeitswelt zukünftig entwickeln wird beziehungsweise könnte, aus unterschiedlichen Perspektiven und mit diversen Akzenten. „Die Zukunft der Arbeit ist nicht fern. Wir stecken schon mittendrin. Und wir müssen jetzt damit beginnen, diese Zukunft zu gestalten“, schreiben die Herausgeber Jens Nachtwei und Antonia Sureth in ihrem Vorwort.

Die Fachbeiträge der Autoren aus Wirtschaft, Politik, Stiftungen, Verbänden und Hochschulen sind in insgesamt sechs Kapitel gegliedert: Arbeitswelten & Alternativen, Bildung & Personalentwicklung, Organisation & Kollaboration, Führung & Verantwortung, KI & Automation sowie Fallbeispiele & Befunde. In den Beiträgen werden beispielsweise neue Arbeitswelten entworfen, Arbeit als Konzept hinterfragt sowie gesellschaftliche und ökonomische Alternativen diskutiert. Andere Texte kreisen um Bildungsfragen – sowohl in der Gesellschaft als auch in Organisationen. Wieder andere beleuchten das Innenleben moderner Organisationen und erörtern Fragen rund um die Themen Veränderungsmanagement, Kollaboration, Führung und Verantwortung. Für weitere Texte haben die Autoren die Technologie-Brille aufgesetzt und sich mit Künstlicher Intelligenz und Automation befasst. Und die abschließenden Fachbeiträge sind konkreten Fallbeispielen aus Praxis oder Forschung gewidmet.

Der rund 500 Seiten starke Sonderband steht unter www.sonderbandzukunftderarbeit.de kostenlos auf der Wissenschaftsplattform Researchgate zur Verfügung. Damit soll dem Thema „Zukunft der Arbeit“ eine interdisziplinäre Plattform geboten werden, die Anknüpfungspunkte in allen Bereichen ermöglicht und eine lebendige Diskussion entfacht. Alle Beiträge sind auf vier Seiten limitiert und sollen einen schnellen und zugleich hochwertigen Überblick für deutschsprachige Leser bieten – anwendungsorientiert, praxisnah und fundiert für Arbeitnehmer, Studierende, Personalmanager, Führungskräfte, Lehrende, Forscher und Politiker. Für 2021 ist ein weiterer Band mit Experteninterviews zum Thema geplant, der die Ideen des ersten aufgreift, vertieft und diskutiert.

 

Blockchain auf Wachstumskurs

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Blockchain: PwC sieht Technologie auf Wachstumskurs

2021 soll die Blockchain-Technologie rund 66 Milliarden US-Dollar zum globalen Bruttoinlandsprodukt (BIP) beitragen, 2030 sollen es dann mehr als 1,7 Billionen US-Dollar sein – zumindest erwartet PwC diesen Wachstumskurs. Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft geht in ihrer Studie „Time for Trust“ davon aus, dass die Technologie bis 2030 in 10 bis 15 Prozent der globalen Infrastrukturen implementiert sein wird.

Der VWI hat in seinem aktuellen Fokusthema die Start-up-Landschaft im Bereich Blockchain analysiert. Und auch der PwC-Report zeigt, dass die Einsatzmöglichkeiten vielfältig sind: Mithilfe einer Blockchain lassen sich Dokumente zertifizieren, Daten verschlüsseln, digitale Assets generieren sowie Transaktionen fälschungssicher und in Echtzeit weltweit ohne Intermediäre abwickeln. Das Potenzial lässt sich laut PwC jedoch nicht ausschöpfen, wenn ein Unternehmen die Technologie nur für den internen Gebrauch aufbaut. Denn der größte Vorteil einer Blockchain sei, dass sie das Vertrauen zwischen Unternehmen fördere und einen gleichberechtigten Austausch ermögliche, der Zwischenhändler ausschließe.

Das größte Potenzial für den Wachstumskurs von Blockchain-Anwendungen sehen die Befragten in der eindeutigen Herkunftsbestimmung von Produkten, Rohstoffen oder Medikamenten. Diese Anwendung dürfte bis 2030 mit rund 962 Milliarden US-Dollar den Löwenanteil zum globalen BIP beisteuern. Durch den Herkunftsnachweis steigt die Transparenz von Lieferketten, während Betrug oder Fälschungen verhindert werden können.

Blockchain-Lösungen für den Zahlungsverkehr und die Finanzinstrumente werden der PwC-Prognose zufolge mit 433 Milliarden US-Dollar ebenfalls wesentlich zum erwarteten BIP-Anstieg beitragen. Denn weltweit erforschen Notenbanken, wie sich nationale Infrastrukturen im Zahlungsverkehr durch digitales Zentralbankgeld verbessern lassen. Banken testen Stable Coins für kostengünstige grenzüberschreitende Zahlungstransfers in Echtzeit. Und viele bisher zurückhaltende Marktteilnehmer erkennen die Optionen, die sich in diesem Feld ergeben. Aus Sicht von PwC übernimmt Deutschland dabei in Europa gerade eine Vorreiterrolle.