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VWI-Podcast #10: Projektmanager in der Energiewende

DJ, Elektroingenieur, Projektmanager, Vater und Familienmensch – das langjährige VWI-Mitglied Christos Fotiadis weiß nicht nur, wie er bei einer Party das Publikum zum Tanzen bringt, er hat auch eine ganz genaue Vorstellung davon, wie der Umstieg auf erneuerbare Energien aussehen könnte. Welche Rolle dabei die geografische Lage und die aktuellen Technologien spielen, ist unter anderem Thema des VWI-Podcast #10.

Christos Fotiadis wusste sehr schnell, dass er bei einem Übertragungsnetzbetreiber arbeiten wollte. Als Projektmanager ist er nun bei einem solchen Unternehmen tätig – und dem Wirtschaftsingenieur zufolge hat der VWI ihn auf jeden Fall bei seinem Werdegang unterstützt.

Unser Moderationsteam Jan Rupprecht und Tita Arnold reden mit Christos Fotiadis über Griechenland, Paraguay, Infrastruktur und die Energiewende. Christos gewährt den Zuhörenden dabei spannende Einblicke in die Welt der Energie, der Technik und des Projektmanagements und hat sogar noch großartige Tipps im Gepäck, falls VWIler mit dem Gedanken spielen, im Energiesektor durchzustarten.

Mehr zum Thema Stromwende, Dezentralität und Lastflexibilität also jetzt im VWI-Podcast #10 auf Spotify, Apple Podcast, deezer und Co.!

 

„Technologie und Management – Der VWI-Podcast“ thematisiert regelmäßig die vielfältigen Aktivitäten und Projekte, mit denen sich der VWI befasst. Dazu tauscht sich das Podcast-Team mit ausgewählten Mitgliedern und Ansprechpartnern aus Wissenschaft und Wirtschaft aus. Behandelt werden Themen auf der Schnittstelle zwischen Technologie und Management und wie Wirtschaftsingenieurinnen und Wirtschaftsingenieure diese gestalten. Wegen der breiten Aufstellung des Wirtschaftsingenieurwesens bietet der VWI Interessenten aus allen Fachrichtungen ein fachliches Forum. Zudem geht es auch um den Verband selbst – und die Chancen und Möglichkeiten zur fachlichen und persönlichen Weiterentwicklung, die das Netzwerk allen Mitgliedern bietet.

Alle Folgen und das Team des Podcast sind unter vwi.org/podcast zu finden. Anregungen, Ideen für Themen und Ansprechpartner oder konstruktive Kritik sind unter podcast@vwi.org willkommen.

Solarthermie

Quelle: TUK/Sven Paustian

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Solarthermie: Beton mit Zusatznutzen

Die Solarthermie gilt als wichtiger Faktor für die Dekarbonisierung des Gebäudesektors. Die Sonnenenergie lässt sich dabei nicht nur mit Hilfe von klassischen Aufdach-Kollektoren in nutzbare Energie umwandeln. Forschende der Technischen Universität Kaiserslautern (TUK) haben untersucht, wie sich durch Sonnenwärme aufgeheizter Beton effizient für die Gebäudeheizung nutzen lässt. Ergebnis ist ein Heizsystem mit neuartigen Bauteilen, die ihre eigene Masse als Wärmespeicher nutzen. Die Funktionstüchtigkeit des Konzepts konnte die Arbeitsgruppe anhand eines Prototyps nachweisen und bereitet jetzt den Schritt in die bauliche Praxis vor.

Konzeptionell verfolgten die Forschenden den Ansatz, die Energie in der Gebäudewand langanhaltend bis in die Nacht hinein verfügbar zu halten. Beton habe grundsätzlich ein sehr gutes Wärmespeichervermögen. Aber erst mit Einsatz der multifunktionalen Bauteile – aufgebaut aus einer Tragschale, einer 14 Zentimeter dicken Dämmung und einer Vorsatzschale – lasse sich die Wärme effizient für die Gebäudeheizung nutzen. Wie die Forschenden weiter erläutern, verlaufen in den Bauteilen dünne Rohrleitungen, wie sie auch bei einer Fußbodenheizung zum Einsatz kommen. Diese transportieren warmes Wasser in das Bauteil und kaltes Wasser zurück zum Heizsystem, wo Wärme eingespeichert wird. Wenn sich die Wand nur um wenige Grad Celsius aufheize, reiche das aus, um innen eine behagliche Wärme zu erzeugen.

Gekoppelt sind die multifunktionalen Bauteile und die Solarthermie mit einem regulären Heizsystem, zum Beispiel einer Fußbodenheizung mit Wärmepumpe, die einspringen kann, wenn nicht genug Sonnenwärme zur Verfügung steht. Ist zu viel Sonnenwärme verfügbar, kann diese in einem Pufferspeicher zwischengelagert werden. Das innovative System wird im Hintergrund geregelt: Temperaturfühler melden ihre Messwerte an den Zentralrechner, der Algorithmus-gesteuert entscheidet und dabei der Solarthermie als klimafreundlichem Energieträger grundsätzlich den Vorzug gibt.

Als Langzeittest ist die Hybridheizung – in dem Fall eine Kombination aus Solarthermie und Erdwärme – in einem kleinen Gebäude im Small House Village der TUK seit über drei Jahren erfolgreich im Regelbetrieb. Jetzt suchen die Forschenden für den praktischen Einsatz in einem klassischen Einfamilienhaus Bauherren, die das System testen möchten – idealerweise in Kombination mit einer Fußbodenheizung. Für die bauliche Umsetzung reicht es demnach völlig aus, einen Teil der schattigen Nordfassade mit den funktionalisierten Betonbauteilen auszustatten. Innen nehme das System kaum Platz weg, da die Rohrleitungen in der Wand verlaufen und die Steuerungstechnik in eine Ecke beziehungsweise in einen kleinen Heizraum passe.

Schraubverbindungen

Quelle: Fraunhofer

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Schraubverbindungen: Intelligente Überwachung aus der Ferne

Schraubverbindungen an Kränen und Baugerüsten, Hochhäusern und Brücken, in Windkraft- oder Produktionsanlagen sind hohen Belastungen ausgesetzt und müssen daher regelmäßig überprüft werden. Forschende des Fraunhofer CCIT haben eine Technologie entwickelt, mit der die Stabilität solcher Schraubverbindungen jederzeit per Fernüberwachung kontrolliert werden kann. Möglich macht das eine Kombination aus Sensorik und Funktechnik – und das auch noch energieautark. Die Technik ist für handelsübliche DIN-Schrauben konzipiert.

Für die intelligente Schraubverbindung wird eine Schraube mit einer speziellen Unterlegscheibe versehen. Diese ist mit einer vom Fraunhofer IST entwickelten piezoresistiven Dünnschicht ausgestattet. Deren druckempfindliche Sensorik registriert an drei Stellen die Vorspannkraft, die beim Anziehen der Schraube entsteht. Ändert sich die Vorspannkraft, ändert sich auch der elektrische Widerstand in der Dünnschicht. Diese Änderung wird an ein Funkmodul auf dem Schraubenkopf gemeldet, das die Daten an eine Basisstation sendet, welche die Daten aller relevanten Schrauben des jeweiligen Objekts einsammelt und dann weitergibt.

Dem Fraunhofer CCIT zufolge ist es mit dieser Technologie möglich, kleine Datenmengen bei niedrigstem Energieverbrauch über große Entfernungen zu schicken, auch von mehr als hunderttausend Sensoren über nur eine Basisstation. Die Basisstation könnte beispielsweise direkt am Rand eines Windparks stehen, aber auch einige Kilometer weit weg. Anschließend zeigt eine Software die Daten jeder einzelnen Schraube in einer grafischen Übersicht an, je nach Konfiguration und Anwendungsfall permanent, eventbasiert oder in festgelegten Zeitabständen.

Die intelligenten Schraubverbindungen lassen sich demnach an ganz unterschiedliche Anwendungen anpassen – egal ob für Flanschverbindungen in der Industrie, die Bolzen in Stahlträgern an Hochhäusern, die tragenden Teile von Brücken oder die Befestigung von Rotoren an Windkraftanlagen. Zudem arbeite das System mit dem Prinzip des Energy Harvesting, bei dem Wärme oder Licht zur Stromerzeugung genutzt werden. Der notwendige Strom könne etwa mit Solarzellen generiert werden oder mit einem Thermogenerator, der die winzigen Temperaturunterschiede zwischen dem Schraubenkopf und der Umgebung nutzt. Für die Sicherheit werde bei der Installation jede einzelne Schraube samt Sensoreinheit und Funkmodul in eine abhörsichere Inbetriebnahme-Box gelegt, die über RFID eine individuelle ID und ihr Anforderungsprofil sowie einen individuellen Verschlüsselungscode erhält; und die Funkstrecke sei bei der Datenübertragung von den Schrauben zur Basisstation verschlüsselt.

 

DeWIT 2022

Quelle: Bildrechte beim Autor

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DeWIT 2022: Save the date!

„Innovationen, die begeistern. Leidenschaftlich. Visionär.“ Unter diesem Motto treffen sich Wirtschaftsingenieurinnen und Wirtschaftsingenieure, interdisziplinäre Entscheider, Expertinnen und Experten sowie Führungs- und Nachwuchskräfte am 29. und 30. September 2022 zum 16. Deutschen Wirtschaftsingenieurtag DeWIT 2022 auf dem Karrierecampus Hannover. Der traditionelle Kongress ist ein Forum für Vordenkerinnen und Vordenker aus Wirtschaft und Wissenschaft, die ihre Erfolgsstrategien aus führenden Unternehmen und Institutionen präsentieren und Perspektiven für Wege in die Zukunft aufzeigen. Neben spannenden Themen rund um die Herausforderungen einer sich verändernden Gesellschaft liegt der Fokus des DeWIT auf interdisziplinären Managementansätzen sowie innovativem Technologieeinsatz.

Der DeWIT 2022 beginnt am 29. September ab 18 Uhr ist ein Get-together mit Abendessen geplant. Am 30. September wird VWI-Präsidentin Frauke Weichhardt um 9 Uhr das Kongressprogramm eröffnen. Die Keynotes werden sich facettenreichen Themen widmen: Globalisierung nach der Pandemie, Kryptowährungen, Verkehrs- und Energiewende, Digitale Start-ups, Katastrophenlogistik. Hinzu kommen Impulsvorträge und Workshops rund um Technologie & Digitalisierung, Soziale Innovationen und Nachhaltigkeit.

Der Deutsche Wirtschaftsingenieurtag ist das Aushängeschild des Verbandes und behandelt Themen an der Schnittstelle zwischen Technologie und Management.  Typisch für das Wirtschaftsingenieurwesen werden alle Themen aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet. Ausreichende Pausen während des Kongresses laden zum fachlichen Austausch und zum Netzwerken ein und runden das erfolgreiche Gesamtkonzept des DeWIT ab.

Der Kongress wird von einer kostenfreien Recruiting-Messe begleitet, auf der sich an zwei Tagen zahlreiche namhafte Unternehmen als potenzielle Arbeitgeber präsentieren. Neben Fach- und Führungskräften sind insbesondere Studierende und junge Talente eingeladen, die Recruiting-Messe zu besuchen und den DeWIT 2022 als Informations- und Kontaktplattform zu nutzen.

Interessiert? Alle wichtigen Informationen – vom Programm über die Location bis zum Ticketshop – finden Sie auf der Kongress-Homepage des VWI.

 

Quelle: Pixabay

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Wiwo-Hochschulranking: RWTH Aachen und Hochschule München auch 2022 vorn

In ihrer Print-Ausgabe vom 22. April 2022 sowie online hat die Wirtschaftswoche ihr aktuelles Wiwo-Hochschulranking veröffentlicht. Dafür hat die Beratungsfirma Universum zwischen Februar und März 2022 mehr als 500 Personalverantwortliche von Unternehmen mit zehn bis zu Tausenden Beschäftigten dazu befragt, an welchen Universitäten und Fachhochschulen sie ihre Beschäftigten am liebsten rekrutieren. 11,7 Prozent der befragten Unternehmen kommen aus dem Gesundheitswesen, 9,5 Prozent aus dem Handel, 5 Prozent aus der Logistik, auch Kanzleien (0,8 Prozent), Wirtschaftsprüfer (0,6 Prozent) und Unternehmen aus der Luft- und Raumfahrttechnik (1,6 Prozent) sind vertreten. Übrigens achten der Befragung zufolge 26,9 Prozent der Personaler bei Sichtung bon Bewerbungsunterlagen auf die besuchte Hochschule; das Kriterium landete auf dem siebten Rang.

Für den Fachbereich Wirtschaftsingenieurwesen kam beim Wiwo-Ranking 2022 aus Sicht der Personalverantwortlichen bei den Universitäten die RWTH Aachen auf Platz eins.

Wiwo-Hochschulranking

 

Bei den Fachhochschulen belegte die Hochschule München den Spitzenplatz.

Wiwo-Hochschulranking

 

Beide Hochschulen konnten damit ihre Platzierungen aus früheren Befragungen der Wirtschaftswoche erfolgreich verteidigen. Was sich auf den weiteren Plätzen getan hat, zeigt ein Blick auf das Wiwo-Hochschulranking 2021 und das Wiwo-Hochschulranking 2020.

„Das interdisziplinäre Wirtschaftsingenieurwesen verbindet Technologiekompetenz mit Managementqualifikation“, sagte so Prof. Dr. Hermann Englberger, Dekan der Fakultät Wirtschaftsingenieurwesen an der Hochschule München und Mitglied des VWI-Beirats. „An unserer Fakultät nutzen die Studierenden die Chance, unternehmerisches Handeln zu üben, wesentliche Schlüsselkompetenzen zu erwerben und zu einer wertebewussten Persönlichkeit zu reifen.“

„Die Ergebnisse des Rankings zeigen, dass die Aachener Hochschule nicht nur in der Forschung eine herausragende Rolle spielt“, hieß es seitens der RWTH. „Auch die Ausbildung und die Absolventinnen und Absolventen der RWTH haben einen herausragenden Ruf.“

Verkehrswende

Quelle: Pixabay

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Verkehrswende: Öko-Label für Transportdienstleistungen

Die Verkehrswende soll zu einem Umstieg der Gesellschaft auf umweltfreundliche Mobilität führen. Immerhin gehen etwa 14 Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen pro Jahr auf den Personen- und Güterverkehr zurück. Vor diesem Hintergrund hat ein Forschungsteam der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) und der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel ein Bewertungssystem entwickelt, mit dem sich die Klimafolgen von Transportdienstleistungen – beziehungsweise die ausgestoßene Menge an Treibhausgasen, die eine Sendung auf ihrem Transportweg verursacht – erstmals transparent bewerten lassen sollen (Eco-labeling of freight transport services: Design, evaluation, and research directions).

Den Forschenden zufolge ist es gar nicht so einfach, den CO2-Fußabdruck für eine Güterlieferung zu berechnen. Denn in der Regel bestehe ein Transportprozess aus mehreren Teilschritten, und auf jedem dieser Teilschritte könnten unterschiedliche Verkehrsmittel wie etwa Zug, Schiff, Flugzeug oder Lkw eingesetzt werden. Weiterhin komme es darauf an, wie und womit die Fahrzeuge beladen sind oder ob Leerfahrten ohne Fracht durchgeführt werden. Das alles mache es schwierig, verschiedene Transportoptionen für unterschiedliche Güter miteinander zu vergleichen. Zudem fehle es bisher im Güterverkehr an Transparenz in Bezug auf die Umweltverträglichkeit, beispielsweise weil die Angebote üblicherweise nur den Preis für die Transportdienstleistung ausweisen, aber nicht deren Einfluss auf das Klima.

Hier setzt das vom Forschungsteam der MLU und der Uni Kiel entwickelte Labelsystem an. Auf Basis typischer Größen von Transportaufträgen wie Sendungsgewicht und -volumen sowie den genutzten Verkehrsmitteln samt deren Auslastung, Fahrtrouten und Emissionswerten schlägt das Team eine einheitliche und vergleichbare Bewertungsgröße für die Klimabilanz von Transportprozessen vor. In Kombination mit geeigneten Referenzwerten haben die Forschenden eine Farbskala von grün bis dunkelrot entwickelt, an der sich auf einen Blick einschätzen lässt, ob die gewählte Option mehr oder weniger umweltverträglich ist. So sollen Speditionen eine einfache visuelle Entscheidungsgrundlage erhalten, um aus verschiedenen Transportoptionen die klimafreundlichste auswählen und so zur Verkehrswende beitragen zu können.

Das Team hat sein System in Anlehnung an eine bereits existierende DIN-Norm zur Berechnung von Energieverbrauch und Treibhausgasemissionen für Transportdienstleistungen (DIN EN 16258) entwickelt. Das neue Label ist zunächst vor allem für Geschäftskunden gedacht. Es ist den Forschenden zufolge jedoch denkbar, ein ähnliches Verfahren für den Privatbereich zu etablieren. Denn bislang können Kunden nicht abschützen, welche Emissionen beispielsweise eine Paketlieferung als Express-Zustellung per Kurier oder im Rahmen einer größeren Liefertour verursacht.

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Power Beaming: Strom drahtlos weiterleiten

Kommt sie doch, die oft als Fiktion abgetane Versorgung der Erde mit Solarstrom aus dem Weltall? Zumindest in einem terrestrischen Modellprojekt ist es einer Forschungsabteilung des U.S. Naval Research Laboratory (NRL) gelungen, elektrische Energie mit einer Leistung von 1,6 Kilowatt drahtlos über eine Entfernung von einem Kilometer zu übertragen. Das NRL spricht in seiner Meldung über das Projekt „Safe and Continuous Power Beaming – Microwave“ (Scope-M) von der „bedeutendsten Demonstration des Power-Beamings seit fast 50 Jahren“. Für die Punkt-zu-Punkt-Übertragung von elektrischer Energie durch den freien Raum nutzte das Team einen gerichteten Mikrowellenstrahl mit zehn Gigahertz.

Die Wissenschaftler testeten das Power Beaming zunächst mit der Übertragung von einem Kilowatt elektrischer Leistung über einen Kilometer an zwei Standorten in den US-Bundesstaaten Maryland und Massachusetts. In Maryland war es dem NRL zufolge im Verlauf der Tests möglich, 1,6 Kilowatt über eine Entfernung von knapp einem Kilometer zu beamen. In Massachusetts habe das Team zwar nicht die gleiche Spitzenleistung erreicht, aber eine höhere durchschnittliche Leistung, so dass mehr Energie übertragen werden konnte.

Laut Paul Jaffe, Leiter der Abteilung Power Beaming und Weltraumsolar, ebnen diese Demonstrationen den Weg für die sichere Energieübertragung auf der Erde, im Weltraum und vom Weltraum zur Erde. Wie aus der NRL-Mitteilung hervorgeht, ist für das US-Verteidigungsministerium besonders eine mögliche drahtlose Energieübertragung aus dem Weltraum interessant. Dort könne ein ähnliches Antennensystem wie bei Scope-M auf der Erde verwendet werden – Antennen mit einer kleinen Gleichrichterdiode, welche die einfallende Mikrowellenleistung in elektrische Gleichstromleistung umwandelt.

NRL-Projektleiter Christopher Rodenbeck zufolge könnte die aus dem Weltraum auf die Erde gestrahlte Energie kontinuierlich zur Verfügung stehen, 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche und 365 Tage im Jahr. „Das ist etwas, was keine andere Form der sauberen Energie heute leisten kann“, so Rodenbeck. „Vom technologischen Reifegrad aus gesehen glaube ich, dass wir kurz davor sind, ein System zu demonstrieren, das wir wirklich in einer Anwendung des Verteidigungsministeriums einsetzen können.“

Retrofit

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Retrofit: Den Begriff neu und weiter denken

Der Begriff „Retrofit“ kommt eigentlich aus dem Bereich der technischen Dienstleistungen. Retrofit setzt sich aus dem lateinischen retro für rückwärts und dem englischen fit für anpassen zusammen. Ein Retrofit ist also beispielsweise ein bereits bestehendes Produkt, das bezüglich aktueller Anforderungen verbessert wurde. Gemeint ist damit auch, im Rahmen von interdisziplinären Strategie- und Kreativprozessen sowie einer Bedarfsanalyse Fertigungsprozesse als Teil eines ganzheitlichen Shopfloor-Managements zu optimieren, das heißt auch neuen Gesellschafts- und Markterfordernissen anzupassen.

Die wachsenden Anforderungen an Unternehmen hinsichtlich Automatisierung, Digitalisierung, Energieeinsparung, Recycling und Umweltschonung sind auch unter Wettbewerbsgesichtspunkten so groß, dass die Geschäftsstrategien innovativ neu entwickelt werden müssen. Nicht nur die Entwicklungen der Volkswagen AG hin zur Elektromobilität oder der Thyssen-Krupp AG hin zur wasserstoffbasierten Stahlerzeugung weisen auf neue Wege hin. Auch der gesamte Mittelstand wird gedrängt, mehr für die genannten Anforderungen zu investieren. Da liegt es nahe, den Begriff „Retrofit“ auch auf den Wandel von Geschäftsmodellen und Geschäftsprozessen zu übertragen.

Es liegt in der DNA des Wirtschaftsingenieurwesens, solche Change-Prozesse technisch-wirtschaftlich zu planen und umzusetzen. Wir können also durchaus das Retrofit des Shopfloor-Managements eins zu eins auf Unternehmensstrategien und Geschäftsprozesse übertragen, denn die Zielsetzungen sind annähernd die gleichen.

Ideal ist sogar, bereits gemachte Erfahrungen aus Retrofit-Projekten im technischen Dienstleistungsbereich in gehobener Verantwortung in Strategieentwicklungsprozesse mitzunehmen. So gesehen sind die beruflichen Weiterentwicklungschancen für Wirtschaftsingenieurinnen und Wirtschaftsingenieure – seien es Young Professionals oder Fachkräfte mit langjähriger Berugserfahrung – auch in Zukunft hervorragend.

Eine Voraussetzung ist allerdings gegeben: Nach der Maxime des lebenslangen Lernens ist die Erlangung und Erarbeitung von Kompetenzen für das neue Schlüsselgebiet wichtig.

Von Peter Bauditz, Ehrenmitglied des VWI-Beirats

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Spendenaktion: Der VWI unterstützt Vostok-SOS

Anfang März hatte der VWI seine Mitglieder zu einer Spendenaktion zugunsten der Menschen in der Ukraine aufgerufen. Insgesamt sind bei dieser Aktion gut 2700 Euro zusammengekommen. Das Geld geht nun wie angekündigt an die Hilfsorganisation ВОСТОК-СОС (Vostok-SOS).

Vostok-SOS ist eine ukrainische Nichtregierungsorganisation, die im Mai 2014 von Aktivisten des Luhansker Menschenrechtszentrums „Postup“, des Krim-Menschenrechtszentrums „Diya“ und des Zivilen Sektors des Luhansker Euromaidan als Freiwilligen-Initiative und Hotline gegründet wurde. Hauptziel war damals die Hilfe für Opfer der militärischen Aggression im Osten der Ukraine und auf der Krim. Heute unterstützt Vostok-SOS die Evakuierung von Menschen aus allen ukrainischen Konfliktgebieten und vermittelt Unterkünfte. Zudem sammelt und verteilt die NGO humanitäre Hilfe und leistet psychologische Erste Hilfe. Dieser Arbeit kommt die Spendenaktion des VWI zugute.

Der VWI steht für ein offenes und friedliches Miteinander. Nur auf dieser Grundlage lassen sich Probleme lösen. Deshalb sprechen wir uns klar gegen jegliche Art von Gewalt aus und können den Angriff auf die Ukraine nicht verstehen. Wir wünschen uns Frieden für die Ukraine und Europa!

 

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Ukraine: Weltweites Charity-Event

Einige der weltweit renommiertesten Referenten und Trainer im Bereich Projektmanagement haben sich zu einem Charity-Event zugunsten der Ukraine zusammengeschlossen: Am 27. und 28. April wird eine insgesamt 24-stündige öffentliche Konferenz in englischer Sprache stattfinden, deren Einnahmen an das UNICEF-Programm für Kinder aus der Ukraine gehen werden. Alle Referenten arbeiten ehrenamtlich für die Veranstaltung und werden über ein Thema aus den Bereichen Projektmanagement und Führung sprechen. Dazu gehört auch VWI-Mitglied Tobias Lienhard, der unter anderem bei der dritten Runde des VWI-Mentoringprogramms ein Training für die Teilnehmenden gehalten hat, mit dem Thema „#projectfacilitation – projects reduced to the max“.

Die Referenten kommen aus unterschiedlichen Ländern und von verschiedenen Kontinenten, darunter Nord- und Südamerika, Europa, Afrika, Asien und Australien. Da der Kongress volle 24 Stunden dauert, wird erwartet, dass auch das Publikum international sein wird. Zu den Konferenzthemen gehören agile Praktiken, Earned Value Management und Project Business Management. Zudem wird auch eine Podiumsdiskussion darüber stattfinden, welche Bedeutung ein „Moralischer Kompass“ für Projektmanager heute haben sollte und wie er aussehen könnte.

„Wir sind sehr besorgt über die Auswirkungen, die Kriege, Hungersnöte, Ausbeutung und andere Tragödien auf Familien haben. Der Krieg in der Ukraine war ein Auslöser, der uns motiviert hat, zusammenzukommen“, so Patric Eid, der Initiator der Veranstaltung: „Die Einnahmen aus den Eintrittsgeldern dieser Konferenz werden an UNICEF gespendet, um Kinder und Familien in der Ukraine zu unterstützen. Wir denken aber auch schon an andere lohnende Zwecke.“

Die Konferenz wird unterstützt vom PMI (Project Management Institute), der Project Business Foundation und dem Valense Network. Die Veranstaltung beginnt am 27. April um 9:15 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit.

Weitere Details, Programm und Anmeldung hier: https://charity-conference.com