Millennial Survey

Beitragsbild: Deloitte

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Der Klimawandel ist für junge Menschen in Deutschland das zentrale Thema – trotz Pandemie und wirtschaftlicher Unsicherheiten. Das zeigt der Millennial Survey 2022 von Deloitte. Demnach bezeichnen knapp ein Drittel der 28- bis 39-jährigen Millenials die globale Erwärmung als größte Sorge, bei der 19- bis 27-jährigen Generation Z sind es sogar 39 Prozent. Zwei Drittel der Befragten versuchen ihre persönlichen Auswirkungen auf die Umwelt zu minimieren. Außerdem haben sie hohe Erwartungen an Unternehmen und Politik. Rund vier von zehn Befragten haben bereits Druck auf die eigenen Arbeitgeber ausgeübt, mehr für den Klimaschutz zu tun. Und dass die Bundesregierung genug für die Bekämpfung des Klimawandels unternimmt, finden lediglich 13 Prozent der Millennials und acht Prozent der Gen Z. Die zweitgrößte Sorge sowohl für Millennials als auch für die Gen Zs sind die Lebenshaltungskosten. Vier von zehn Befragten fürchten in den nächsten zwölf Monaten eine Verschlechterung der eigenen wirtschaftlichen Verhältnisse.

Ein weiteres Ergebnis der Studie ist das steigende Sicherheitsbedürfnis: Fast die Hälfte der Millennials möchte dem Arbeitgeber in den nächsten fünf Jahren die Treue halten, in der Gen Z gilt das immerhin für ein Drittel. Die Zahl derer, die ihre Jobs innerhalb der kommenden zwei Jahre kündigen wollen, ist insbesondere bei der Gen Z stark zurückgegangen: von 55 im letzten auf nur noch 31 Prozent in diesem Jahr. Gleichzeitig sagen bei den Wechselwilligen 44 Prozent der Millennials und 33 Prozent der Gen Z, dass sie ihren derzeitigen Job ohne sofortige Aussicht auf eine neue Stelle kündigen würden.

Die häufigsten Gründe für einen Arbeitgeberwechsel sind eine gute Work-Life-Balance, Entwicklungsmöglichkeiten und eine sinnstiftende Tätigkeit. Auch die Flexibilität bei Arbeitsort und -zeit sind für die jungen Beschäftigten ein wichtiges Thema. 51 Prozent der Millennials und 58 Prozent der Gen Z wollen nicht ausschließlich im Büro arbeiten, sondern lieber in hybriden Modellen. Viele wollen außerdem mit verkürzten Wochenarbeitszeiten experimentieren.

Die Sorgen und Herausforderungen des Alltags führen übrigens dazu, dass vier von zehn Befragten in Deutschland sich dauerhaft gestresst fühlen – damit hat sich das hohe Stressniveau dem aktuellen Millennial Survey zufolge im Vergleich zum Vorjahr kaum verändert. Auffällig ist: Während rund 30 Prozent der Männer ständig gestresst sind, sind es unter weiblichen Millennials 43 Prozent und bei Frauen der Gen Z sogar 52 Prozent. Gleichzeitig bleibt die psychische Gesundheit aus Sicht vieler ein Tabuthema. Etwas mehr als ein Drittel der Gen Z und der Millennials geben an, dass sie mit Vorgesetzten nicht über Stress- oder Angstgefühle sprechen. Ebenso viele Befragte haben wegen psychischer Probleme bereits eine Auszeit genommen.

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