Wertschöpfungsketten

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Die Transformation zur Klimaneutralität aber auch die Digitalisierung oder Krisen wie die Corona-Pandemie führen zu tiefgreifenden Veränderungen industrieller Wertschöpfungsketten. Diese komplexen Auswirkungen bedürfen einer aktiven Gestaltung, einer vorausschauenden Koordination und der Entwicklung einer übergeordneten Strategie. Das zeigt ein Diskussionspapier, das die Deutsche Energie-Agentur (dena) gemeinsam mit der Stiftung Arbeit und Umwelt der IGBCE und dem Institute for Advanced Sustainability Studies (IASS) veröffentlicht hat.

Die Publikation mit dem Titel „Auf dem Weg zur Klimaneutralität – Neustrukturierung industrieller Wertschöpfungsketten“ gibt einen Überblick über die Wirkzusammenhänge der laufenden und anstehenden Veränderungen sowie Impulse für eine daran anknüpfende gesamtgesellschaftliche Diskussion. Als zentrale Handlungsfelder benennt das Papier die Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt, eine stärkere Berücksichtigung geopolitischer Aspekte und die Weiterentwicklung der Kreislaufwirtschaft. Demnach sind die Potenziale in diesen Bereichen noch nicht ausgeschöpft – und es ist ein aktives und planvolles Handeln notwendig, um Industrieunternehmen und Wertschöpfungsstufen im Land zu halten, Innovationen anzustoßen und damit neue Wertschöpfungsketten zu erschließen.

Da die Importe fossiler Energieträger immer weiter abnehmen werden, stehen sich verändernde industrielle Wertschöpfungsketten in ganz Europa bevor. Hinzu kommen neue Abhängigkeiten und Konkurrenzverhältnisse, die mit der wachsenden Bedeutung grünen Wasserstoffs einhergehen werden. Das betrifft auch kritische Rohstoffe, die bei der Produktion von Wasserstoff und den damit verbundenen Technologien und Komponenten gebraucht werden, wie etwa Platin oder Iridium. Dabei geht es dem Bericht zufolge nicht nur um neue Partnerschaften für den Bezug kritischer Ressourcen. Wichtig sei ebenso, europäische Werte und Standards zu fördern wie auch die sozioökonomische Entwicklung und politische Stabilität in der europäischen Nachbarschaft.

Als zentral sieht der Bericht auch den Übergang von einer linearen zur zirkulären Wirtschaftsweise, der Kreislaufwirtschaft. Ohne eine starke Kreislaufwirtschaft, die weit über das Recycling hinaus geht, ist demnach die Klimaneutralität nicht zu erreichen. Die Circular Economy erfordere eine tiefgreifende Umstrukturierung von allen Teilen industrieller Wertschöpfungsketten, eine Einführung von innovativen Geschäftsmodellen sowie erhebliche Investitionen in Forschung und Entwicklung.

Das Diskussionspapier ist die Zusammenfassung einer Workshopreihe, welche die dena mit dem IASS Potsdam und der Stiftung Arbeit und Umwelt der IGBCE im Herbst 2021 initiiert hat. Auf den drei Veranstaltungen diskutierten über 120 Fachleute aus Wirtschaft, Wissenschaft, Zivilgesellschaft und Politik die Herausforderungen im Rahmen der Transformation zur Klimaneutralität. Die im Bericht dargestellten Ansatzpunkte verstehen die beteiligten Institutionen als Auftakt zu einer gesellschaftlichen Diskussion, um die vielschichtigen Aspekte noch näher zu beleuchten.

Mit technischen und sozialen Innovationen, die Wertschöpfungsketten in den kommenden Jahren radikal verändern könnten, hatte sich ein internationales Forscherteam unter der Leitung des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung (ISI) befasst.

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