Kreativität

Quelle: Springer-Verlag

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Ingenieure, Forschende, Kunstschaffende – sie alle setzen auf Kreativität, wenn es darum geht, Probleme zu lösen, wissenschaftliche Fragestellungen zu beantworten oder neue künstlerische Ausdrucksformen zu finden. Der Hirnforscher Dr. Konrad Lehmann von der Friedrich-Schiller-Universität Jena hat sich jetzt auf die Suche nach der Quelle dieser Superkraft gemacht: In seinem kürzlich erschienenen Buch „Das schöpferische Gehirn“ lässt Lehmann die Leser gemeinsam mit Commissario Prefrontale sieben Tage lang nach den Geheimnissen des Geistesblitzes fahnden.

Forschung und Fakten zur Kreativität

Kreativität ist für Konrad Lehmann eine der wunderbarsten menschlichen Fähigkeiten. „Darum war ich begeistert, als ich entdeckt habe, dass Psychologen und zunehmend auch Neurowissenschaftler seit einigen Jahren intensiv daran forschen, wie Kreativität im Gehirn entsteht“, sagt der Biologe: „Dieses Wissen zu sortieren und fundiert aufzubereiten, dabei aber hoffentlich auch unterhaltsam und gut verständlich zu schreiben, hat mir viel Freude gemacht. Und intrinsische Motivation – das kann man im dritten Kapitel lesen – ist ja eine Voraussetzung für Kreativität.“ Über die Rahmenhandlung und einen eher lockere Ton will Lehmann den Zugang zu wissenschaftlichen Fakten und Ergebnissen aktueller Forschung erleichtern. Er nimmt die Leser mit auf eine Spurensuche im Nervensystem und führt so Schritt für Schritt immer tiefer in die Materie ein.

Dem Geistesblitz auf der Spur

Unterwegs geht Lehmann unter anderem der Frage nach, warum kreative Einfälle oftmals plötzlich und im Moment überraschend auftreten. Schließlich erwischt viele ein Ausbruch an Kreativität häufig ausgerechnet dann, wenn sie gerade nicht im Denkmodus verharren. Und genau das könnte der Grund für die kreativen Eingebungen sein, wie Lehmann anschaulich beschreibt: „Es gibt eine begrenzte Menge von Regionen, die immer dann in Schweigen verfallen, wenn Aufmerksamkeit gefordert ist. Im Umkehrschluss bedeutet das: Diese Gebiete sind immer dann aktiv, wenn gerade keine Aufmerksamkeit gefordert ist.“ Gerade dieses Netzwerk von Hirnarealen, das verantwortlich ist für die Innenansicht und „ein stabiles, kontinuierliches Selbst“, lasse Freiraum für kreative Leistungen. Lehmann veranschaulicht jedoch nicht nur die verschiedenen Prozesse, die unseren Einfallsreichtum garantieren. Er geht auch auf Fragen nach Talent und genetischer Veranlagung ein. Und fast beiläufig liefert sein Buch so eine bunte Mischung aus Kulturgeschichte und moderner Hirnforschung rund um die Kreativität.

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