Verkehrswende

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Die Verkehrswende soll zu einem Umstieg der Gesellschaft auf umweltfreundliche Mobilität führen. Immerhin gehen etwa 14 Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen pro Jahr auf den Personen- und Güterverkehr zurück. Vor diesem Hintergrund hat ein Forschungsteam der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) und der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel ein Bewertungssystem entwickelt, mit dem sich die Klimafolgen von Transportdienstleistungen – beziehungsweise die ausgestoßene Menge an Treibhausgasen, die eine Sendung auf ihrem Transportweg verursacht – erstmals transparent bewerten lassen sollen (Eco-labeling of freight transport services: Design, evaluation, and research directions).

Den Forschenden zufolge ist es gar nicht so einfach, den CO2-Fußabdruck für eine Güterlieferung zu berechnen. Denn in der Regel bestehe ein Transportprozess aus mehreren Teilschritten, und auf jedem dieser Teilschritte könnten unterschiedliche Verkehrsmittel wie etwa Zug, Schiff, Flugzeug oder Lkw eingesetzt werden. Weiterhin komme es darauf an, wie und womit die Fahrzeuge beladen sind oder ob Leerfahrten ohne Fracht durchgeführt werden. Das alles mache es schwierig, verschiedene Transportoptionen für unterschiedliche Güter miteinander zu vergleichen. Zudem fehle es bisher im Güterverkehr an Transparenz in Bezug auf die Umweltverträglichkeit, beispielsweise weil die Angebote üblicherweise nur den Preis für die Transportdienstleistung ausweisen, aber nicht deren Einfluss auf das Klima.

Hier setzt das vom Forschungsteam der MLU und der Uni Kiel entwickelte Labelsystem an. Auf Basis typischer Größen von Transportaufträgen wie Sendungsgewicht und -volumen sowie den genutzten Verkehrsmitteln samt deren Auslastung, Fahrtrouten und Emissionswerten schlägt das Team eine einheitliche und vergleichbare Bewertungsgröße für die Klimabilanz von Transportprozessen vor. In Kombination mit geeigneten Referenzwerten haben die Forschenden eine Farbskala von grün bis dunkelrot entwickelt, an der sich auf einen Blick einschätzen lässt, ob die gewählte Option mehr oder weniger umweltverträglich ist. So sollen Speditionen eine einfache visuelle Entscheidungsgrundlage erhalten, um aus verschiedenen Transportoptionen die klimafreundlichste auswählen und so zur Verkehrswende beitragen zu können.

Das Team hat sein System in Anlehnung an eine bereits existierende DIN-Norm zur Berechnung von Energieverbrauch und Treibhausgasemissionen für Transportdienstleistungen (DIN EN 16258) entwickelt. Das neue Label ist zunächst vor allem für Geschäftskunden gedacht. Es ist den Forschenden zufolge jedoch denkbar, ein ähnliches Verfahren für den Privatbereich zu etablieren. Denn bislang können Kunden nicht abschützen, welche Emissionen beispielsweise eine Paketlieferung als Express-Zustellung per Kurier oder im Rahmen einer größeren Liefertour verursacht.

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