Skills

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Dass die Corona-Pandemie den Blick vieler Manager auf die Profile der Bewerber verändert hat, hat bereits eine Arbeitsmarktstudie des Personaldienstleisters Robert Half gezeigt. Demnach werden Soft Skills für den Umgang mit anhaltenden Belastungen und Unsicherheiten durch die Pandemie eine größere Bedeutung erlangen – Führungskompetenz, kreatives sowie strategisches Denken, eine gute Kommunikationsfähigkeit, Agilität.

Stepstone und das Kienbaum Institut @ ISM haben jetzt 8500 Menschen dazu befragt, welche Fähigkeiten Beschäftigte in unruhigen Zeiten am dringendsten brauchen. Ergebnis sind sieben zentrale Skills: Flexibilität, Anpassungsfähigkeit, Kommunikationsfähigkeit, Organisationsfähigkeit, effizientes Arbeiten, Lernbereitschaft und Schnelligkeit bei Problemlösungen. Aus Sicht der Jobplattform ist Corona zwar eine Ausnahmesituation. Allerdings werde die Fähigkeit, sich schnell an neue Situationen anzupassen, über Corona hinaus wichtig bleiben. Denn das Veränderungstempo in der Arbeitswelt sei hoch und werde in den kommenden Jahren noch zunehmen.

Flexibilität steht der Befragung zufolge auf Platz 1 der Job-Fähigkeiten – also die Fähigkeit, sich kurzfristig an geänderte Rahmenbedingungen anpassen zu können. Die Corona-Pandemie hat genau das von allen Berufstätigen gefordert. Ob im Homeoffice oder mit neuen Regeln im Supermarkt – plötzlich war alles anders. Wer gut damit zurecht kommt, hat die vergangenen Monate im Job besser überstanden.

Im Unterschied zu Flexibilität bedeutet Anpassungsfähigkeit, sich langfristig auf eine Weiterentwicklung einstellen und Veränderungen dauerhaft annehmen zu können. Auch diese Kompetenz war in diesem Jahr nötig, denn Corona hat den Arbeitsalltag nicht nur kurzzeitig verändert. Die Folgen der Pandemie beschleunigen vielmehr jene Entwicklungen in der Arbeitswelt, mit denen Beschäftigte schon länger konfrontiert sind, beispielsweise die Digitalisierung.

Rang 3 geht an die Fähigkeit, gut zu kommunizieren – eine der wichtigsten sozialen Kompetenzen überhaupt, schließlich gilt Kommunikation als Grundlage für eine gute Zusammenarbeit. In diesem Jahr war diese Fähigkeit absolut elementar. Denn zum einen ist der Kommunikationsbedarf gerade in einer Ausnahmesituation besonders hoch, zum anderen waren und sind physische Treffen vielfach gar nicht möglich – Kommunikation musste also digital stattfinden und erforderte umso mehr Fingerspitzengefühl.

Mit Organisationsfähigkeit ist die Fähigkeit gemeint, Aufgaben, Termine und Abläufe so zu ordnen und zu planen, dass die eigene Arbeitskraft möglichst effizient eingesetzt wird. Es geht also um das Setzen der richtigen Prioritäten, was gerade dann zentral ist, wenn bisherige Abläufe plötzlich wegfallen oder völlig andere Aufgaben wichtig werden. Steht der bekannte Arbeitsalltag Kopf, ist es hilfreich, sich selbstständig organisieren zu können – ansonsten droht man sich zu verzetteln und unnötigen Stress für sich und andere zu verursachen.

Effizientes Arbeiten als Kompetenz entscheidet ähnlich wie die Organisationsfähigkeit darüber, ob Beschäftigte ihre Aufgaben und Ziele im Griff haben – oder im Chaos versinken. Wer effizient arbeitet, teilt seine Zeit sinnvoll ein und arbeitet auf ein konkretes Ziel hin. Diese Kompetenz ist in diesem Jahr vermutlich vor allem für diejenigen wichtig, die im Homeoffice arbeiten und trotz aller Ablenkungen den Blick für das Wesentliche behalten müssen.

Lernbereitschaft war schon immer wichtig, heute aber wahrscheinlich mehr denn je. Denn Globalisierung und Digitalisierung haben in nahezu allen Branchen und Berufen dazu geführt, dass Ansprüche, Aufgaben und Arbeitswerkzeuge sich in hohem Tempo wandeln – und die Pandemie wirkt wie ein Brandbeschleuniger. Beschäftigte sollten daher bereit sein, dazuzulernen, nicht zuletzt um nicht abgehängt zu werden.

Schnelligkeit bei Problemlösungen gehört zu den wichtigen Skills, da gerade in unruhigen Zeiten am Arbeitsplatz auch mal unkonventionelle Lösungen gefunden werden müssen. Schließlich gibt es für die Dos and Don’ts der modernen Arbeitswelt in einer weltweiten Pandemie keine Blaupause. Wer also in der Lage ist, schnell und offen in alle Richtungen zu denken, wird auch in Zeiten des Umbruchs erfolgreich sein.

Welche der folgenden Job-Fähigkeiten wird – vor dem Hintergrund Ihrer Erfahrungen in der Corona-Krise – wichtiger werden? Gesamt Führungskräfte Fachkräfte
Flexibilität 73,7% 71,9% 74,0%
Anpassungsfähigkeit 71,7% 71,0% 71,8%
Kommunikationsfähigkeit 68,3% 70,6% 67,8%
Organisationsfähigkeit 64,8% 66,2% 64,6%
Effizientes Arbeiten 58,0% 55,2% 58,6%
Lernbereitschaft 57,4% 56,9% 57,5%
Schnelligkeit bei Problemlösungen 54,4% 59,2% 53,5%

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