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Wie steht es um das Vertrauen in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft? Diese Frage hat das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Köln Menschen in 20 europäischen Ländern gestellt. Die Ergebnisse zeigt der jetzt veröffentlichte IW-Vertrauensindex 2017. Der Vertrauensindex ist ein Mittelwert aus drei Einzelindizes zum Wirtschaftssystem, zum politischen System und zum Gesellschaftssystem. Deutschland belegt dabei mit 75,3 von 100 möglichen Punkten den fünften Platz unter den 20 untersuchten Ländern – hinter Schweden (89,5), Dänemark (87,7), Finnland (87,5) und den Niederlanden (80,3). Den letzten Platz der Tabelle belegt Griechenland mit gerade einmal 5,5 Punkten.

Deutsche vertrauen in ihr Wirtschaftssystem

Auch bei den drei Einzelindizes zeigen sich deutliche Unterschiede. Der Teilindex ‘Wirtschaftssystem’ setzt sich unter anderem aus den Indikatoren Inflation, Arbeitslosenrate und Konsumentenvertrauen zusammen. Deutschland belegt in diesem Ranking für 2017 den ersten Platz – beim ersten IW-Vertrauensindex 2015 war es noch Platz vier. Grund dafür ist die gute Wirtschaftslage und insbesondere die geringe Arbeitslosenquote, erklärt IW-Ökonom Dominik Enste, Leiter des Kompetenzfelds Verhaltensökonomik und Wirtschaftsethik. Während der Teilindex für Deutschland bei gut 84 Punkten steht, kommen beispielsweise Spanien (Platz 18) und Italien (Platz 19) nur auf jeweils gut 50 Punkte – und Schlusslicht Griechenland erzielt gerade einmal acht Punkte.

Für den Teilindex ‘Politisches System’ hat das IW Köln Kriterien wie das Vertrauen in die Regierung und das Parlament, die politische Stabilität und die Rechtsstaatlichkeit herangezogen. Am besten schneiden hier die skandinavischen Länder mit jeweils gut 90 Punkten ab, Deutschland erreicht mit 79 Punkten den sechsten Platz. Ganz unten landen Italien mit acht Punkten und Griechenland mit nur einem Punkt. Für den Teilindex ‘Gesellschaftssystem’ hat das Institut das Vertrauen in die Mitmenschen sowie in deren Fairness und Hilfsbereitschaft gemessen. Auch hier schneiden mit Dänemark, Finnland und Schweden skandinavische Länder mit jeweils deutlich mehr als 90 Punkten am besten ab, Deutschland belegt mit 62 Punkten den achten Platz. Schlusslichter sind Portugal mit 28 Punkten, die Slowakei mit 13 Punkten und Griechenland mit knapp acht Punkten.

Fehlendes Vertrauen ist teuer

Fehlt das Vertrauen, treten häufig Kontroll- und Strafmechanismen an seine Stelle. Ein teurer Ersatz, warnt das IW Köln. Denn wenn beispielsweise Partner überwacht, Produkte geprüft oder Verträge durchgesehen werden müssen, kostet das Zeit und Geld. Bei gegenseitigem Vertrauen hingegen könnten einige dieser Transaktionskosten eingespart werden.

Vertrauensindex 2017Quelle: IW Köln

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